Gedanken zum Besuch Papst Leo XIV auf Gran Canaria am 11. Juni 2026
Der Ursprung des Papstamtes geht auf die besondere Berufung des Heiligen Petrus durch Jesus Christus zurück. Die Evangelien berichten uns, dass Petrus von Jesus den Auftrag erhält, besondere Verantwortung für die entstehende Kirche zu übernehmen. („Weide meine Lämmer, weide meine Schafe“ (Joh 21, 15-17). Daraus entsteht im Verlaufe der Kirchengeschichte das „Papst- oder Petrusamt“, dass die jeweiligen Bischöfe von Rom ausüben.
Rom und die dortige Gemeinde hatten im Laufe der Geschichte als Ort und Hüter des Martyriums und der Gräber der „Apostelfürsten“ Petrus (Tod durch Kreuzigung) und Paulus (Enthauptung durch das Schwert) eine besondere Autorität innerhalb des Christentums erlangt. Bis heute ist der Bischof von Rom auch Papst der Weltkirche.
Nicht zuletzt die Betonung der Vorrangstellung des Bischofs von Rom führte zur schmerzlichen Trennung von orthodoxen Christen (11.Jahrhundert) und den evangelischen Christen (15./16. Jahrhundert), die den absoluten Primat des Papstes so nicht mittragen wollten. Die bestehende Zusammenarbeit aller Christen über konfessionelle Grenzen hinweg nennen wir „Ökumene“.
Der Papst symbolisiert aber für Katholiken die Einheit der weltweiten katholischen Kirche. Die Gemeinschaft aller Bischöfe, Priester, Diakone und jedes getauften Christen mit dem Papst ist fundamental für die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche.
Der Papst ist für uns Katholiken der „Stellvertreter Jesu auf Erden“ und damit die höchste Autorität in Fragen des Glaubens. In seltenen Fällen trifft er in Zusammenspiel von Bischöfen, Priestern und allen Gläubigen sogar Entscheidungen mit „unfehlbarem Charakter.
Nach großen Auseinandersetzungen im Mittelalter über Autoritätsfragen zwischen den Päpsten und weltlichen Herrschern, wie Kaiser und Königen, prägen die Päpste der modernen Zeit Kirche und Gesellschaft eher mit Antworten zu Glaubens- und Gesellschaftsfragen aus dem katholischen Glauben heraus. Im 19. Jahrhundert waren dies die Antwort auf die sozialen Fragen der Industriegesellschaft, bis hin zu den Päpsten Franziskus und Leo, deren Botschaften zu sozialer Gerechtigkeit, Frieden und Umwelt weltweit Gehör finden.
Das Papstamt entwickelte sich von einer lokalen Leitungsfunktion in Rom zu einer globalen religiösen Institution mit großer geistlicher Bedeutung. Für uns Katholiken ist der Papst nicht nur das Oberhaupt der Kirchenhierarchie, sondern ein zentrales Sybol für Glauben, Einheit und Tradition.
Pfarrer Axel Werner, Playa del Inglés (Gran Canaria)