Tagesandacht zum 28.6.2020 Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis

Die Ferienzeit ist trotz Corona Virus angebrochen. Vielleicht werden Sie in den kommenden Wochen erleben, wie schön es ist, als Gast willkommen zu sein. Vielleicht wären sie selbst Gastgeber und Gastgeber einen sein. 

Jetzt sind wir alle eingeladen beim Herrn. Er macht seine Türen weit auf und wartet, dass wir kommen. Von ihm hören wir das Wort, das unserem Leben Richtung gibt. 

Sonnengesang Franziskus von Assisi

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Der Sonnengesang des Heiligen Franziskus

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.

Wir beten mit der Kirche:

Gott, unser Vater, du hast uns in der Taufe
zu Kindern des Lichtes gemacht.
Lass nicht zu,
dass die Finsternis des Irrtums
über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns,
im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Wie oft kennen wir Gott, wenn wir ihn um etwas bitten. Der Psalm aus dem Alten Testament vergisst den Lobpreis nicht. Gott ist groß:

Von der Huld des Herrn will ich ewig singen, *
von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet, 
*
im Himmel deine Treue gefestigt.
Selig das Volk, das den Jubelruf kennt, 
*
Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts.
Sie freuen sich allezeit über deinen Namen 
*
und sie jubeln über deine Gerechtigkeit. 
Denn du bist ihre Schönheit und Stärke, 
*
du erhöhst unsre Kraft in deiner Güte.
Ja, dem Herrn gehört unser Schild, 
*
dem Heiligen Israels unser König. 

Du bist da, wo Menschen leben

Um das Evangelium besser zu verstehen, lesen wir:

Nachfolge Jesu bedeutet bewusstes und intensives Leben, und eben darum auch: ständiges Abschiednehmen, ein Leben wie durch den Tod hindurch. – „Propheten“ und „Gerechte“ werden im Matthäusevangelium die Gottesmänner des Alten Bundes genannt. Ihnen werden die Jünger Jesu gleichgestellt; sie setzen die Sendung Jesu fort. Wer sie aufnimmt, dem wird Gott es danken.

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Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich,
ist meiner nicht wert,
und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich,
ist meiner nicht wert.
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt,
ist meiner nicht wert.
Wer das Leben findet,
wird es verlieren;
wer aber das Leben um meinetwillen verliert,
wird es finden.
Wer euch aufnimmt,
der nimmt mich auf,
und wer mich aufnimmt,
nimmt den auf, der mich gesandt hat.
Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist,
wird den Lohn eines Propheten erhalten.
Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist,
wird den Lohn eines Gerechten erhalten.
Und wer einem von diesen Kleinen
auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt,
weil es ein Jünger ist –
Amen, ich sage euch:
Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

Das lässt mich nachdenklich werden:

Während der amerikanische Präsident Donald Trump nach dem umstrittenen Besuch an einer Gedenkstätte für Papst Johannes Paul II. in Washington eine neue Ausführungsverordnung zur Religionsfreiheit unterzeichnete, wonach diese zum Vorrang der Außenpolitik erklärt wird, hat die Europäische Union das Amt des Sonderbotschafters für Religionsfreiheit abgeschafft. Begründet wurde das damit, dass Verletzungen der Religionsfreiheit regelmäßig von EU-Delegationen sowie vom EU-Sonderbeauftragten für Menschenrechte, Eamon Gilmore, überwacht und zur Sprache gebracht würden. Zudem finanziere die Union Projekte für Religionsfreiheit, die wie andere Grundrechte weltweit infrage gestellt werde.

Das Mandat des Sonderbotschafters hatte – mehrfach verlängert – bis zum letzten Jahr der slowakische Politiker und ehemalige EU-Kommissar Jan Figel inne. Die Stelle war 2016 vom damaligen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker eingerichtet worden. Seine Nachfolgerin Ursula von der Leyen entschied sich dagegen.

Das Wiener „Dokumentationszentrum für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa“ hat gegen die Abschaffung eines eigenen Beauftragten für jenen Problemkomplex protestiert. Die Entscheidung der EU-Kommission komme „zu einem Zeitpunkt, an dem das Recht, seine Religion auszuüben, die Religion zu wechseln oder gar keine Religion auszuüben, an vielen Orten auf der Welt gefährdet ist“, sagte die Geschäftsführerin Elena Fantini. Der bisherige Sonderbeauftragte habe wesentlich dazu beigetragen, Menschenrechtsverletzungen in den Blick zu nehmen und den Dialog in jenen Ländern zu erleichtern, in denen Verfolgung aus religiösen Gründen am schlimmsten ist.

Noch im Mai hatte eine aus mehreren EU-Parlamentariern zusammengesetzte Gruppe, die sich betont für Religionsfreiheit und religiöse Toleranz einsetzt, die Kommission aufgefordert, das Mandat des EU-Sondergesandten zu erneuern. Es sei „offensichtlich, dass es trotz ermutigender Entwicklungen noch viele Herausforderungen“ in diesem Bereich gebe, so die Abgeordneten. Die Kommission sende mit der aktuellen Entscheidung gemischte Botschaften, kritisierte auch die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International (Allianz zur Verteidigung der Freiheit) den Beschluss. Überall auf der Welt würden Menschen wegen ihres Glaubens geächtet, eingesperrt, gefoltert und sogar getötet. Angesichts wachsender Einschränkungen der Religionsfreiheit hoffe man, dass die Europäische Union diesem Grundrecht „mit anderen Mitteln Vorrang einräumen wird“.

Ein Artikel der „Zeit“ sprach neulich von einer eigenartigen Gleichgültigkeit der westlichen Gesellschaften, sich vehement für verfolgte Christen einzusetzen. Die Kirchen würden wegen der kolonialistischen Vergangenheit als „prototypische Unterdrücker“ betrachtet. Das werde schnell ins Feld geführt, „nur um nicht sehen zu müssen, was Christen heute vornehmlich sind: Opfer. Das post-koloniale, post-imperiale schlechte Gewissen macht viele Europäer blind für die Tatsache.“

Amerika scheint da anders zu sein. Dort haben zuletzt Kritiker der Kritiker des Trump-Besuchs an der Gedenkstätte für Johannes Paul II. daran erinnert, dass dieser während seines gesamten Pontifikats unermüdlich für die Religionsfreiheit eingetreten sei. Daher habe Trump passend dazu im Anschluss an seinen Besuch die neue Verordnung mit hoher Gewichtung der Politik für Religionsfreiheit unterzeichnet. Kritisiert wird zudem der Hauptstadt-Erzbischof Wilton Gregory, der den Präsidentenbesuch als „verwirrend und verwerflich“ bezeichnete und den sogenannten Kolumbus-Rittern, die die Papst-Gedenkstätte finanzieren, vorwarf, sie hätten sich von Trump „ungeheuerlich missbrauchen und manipulieren“ lassen. Die eher konservativen Katholiken und Trump-Befürworter verlangen vom Erzbischof eine Entschuldigung. Er habe „die bestehende Spaltung in der Hauptstadt der USA und unter Katholiken weiter vertieft“. Katholische Gegner Trumps hingegen sehen in seiner Aktion nichts anderes als einen Werbeversuch, sich im Wahlkampf bei der katholischen Kirche einzuschmeicheln. (CIG 28.6.2020)

Hallelujah (Lyrics)

An Sonn- und Feiertagen sprechen wir das Apostolische Glaubensbekenntnis mit allen Christen in der ganzen Welt.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn. unsern Herrn.

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters:

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige katholische Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben. Amen

 Wir beten für andere: 

Für die Mitarbeitenden in Hotels, Gaststätten und Herbergen.

 Für die Menschen die ohne Obdach auf der Straße leben. 

Für die Flüchtlinge, die nirgendwo bekommen sind.

Vater Unser im Himmel,

geheiligt werde Dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe,

wie Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld.

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich

Und die Kraft und die Herrlichkeit,

in Ewigkeit. Amen

Segnen heißt: Gutes zusagen!

„Es segne uns an diesem Sonntag der dreieinige Gott,

der Vater und der Sohn und der Heilige Geist!“

Allen wünsche ich einen schönen Sonntag und verabschiede mich nun als Autor der Tagesandachten. 

Möge uns ein weiterer Lock Down erspart bleiben!

Ihr/Euer Pfarrer Axel Werner, Gran Canaria

axwernerde@yahoo.de oder Mobil +34 608 001 663

Möge die Straße

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Für den Tag und die Woche

Für viele ist das Kreuz Ärgernis, Last. Wir wollen es abschütteln, ausblenden. Ohne Kreuz gibt es kein Christentum, keine Christusnachfolge. Papst Franziskus sagt in einer Predigt:
„Derselbe Petrus (…) sagt zu ihm (Jesus): Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Ich folge dir, aber sprich mir nicht vom Kreuz. Das tut nichts zur Sache. Ich folge dir mit anderen Möglichkeiten, ohne das Kreuz. – Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn: Wir sind weltlich, wir sind Bischöfe, Priester, Kardinäle, Päpste, aber nicht Jünger des Herrn.“ 

(Papst Franziskus, Predigt an die Kardinäle am 14. März 2013 in der Sixtinischen Kapelle)