Tagesandacht zum 21.5.2020 (68. Tag des Alarmzustandes in Spanien)

Christi Himmelfahrt

Hochfest

Christus ist in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. Er ist dort als der Menschgewordene und der Gekreuzigte, als unser Priester und Fürbitter. Er ist aber von der Erde nicht einfach weggegangen, sodass er nun abwesend wäre. Er hat seine Jünger nicht allein gelassen, er bleibt anwesend in seiner Kirche und durch sie in der Welt.

Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und schaut zum Himmel?
Der Herr wird wiederkommen, wie er jetzt aufgefahren ist“. Halleluja.

GL 319 Christ fuhr gen Himmel

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Gebet
„Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen“ (Joh 14,18) so hören wir Deine Worte im Evangelium.  Was für ein Versprechen, Herr! Viele von uns brauchen diese Worte heute mehr, denn zu anderen Zeiten. Sie fühlen sich auch inmitten unserer Gesellschaft einsam und allein gelassen. Stehe uns bei, wenn wir uns einsam und allein fühlen und zeige uns: wer glaubt, ist nie allein! Amen.


 Am Anfang des Matthäusevangeliums stand die Verheißung „Gott ist mit uns“ (Mt 1, 23); an seinem Ende steht die Versicherung Jesu, des Auferstandenen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Mit göttlicher Vollmacht sendet Jesus seine Jünger in die Welt hinaus; sie sollen alle Menschen lehren und taufen. Man wird Jünger Jesu durch den Glauben und die Taufe; man bleibt es dadurch, dass man nach seiner Lehre und Weisung lebt (Mt 5–7). Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. In jener Zeit
gingen die elf Jünger nach Galiläa
auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen,
fielen sie vor ihm nieder,
einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu
und sagte zu ihnen:
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes und lehrt sie,
alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Einige Gedanken zur „Himmelfahrt“: WEGE UND WELTEN: Hochfahren
Immer noch ertappe ich mich im Erinnerungsmodus. Das 75er Jubiläum des Kriegsendes hat so viel eigene Geschichte aufgewirbelt: Angriffe und Zerstörung, Evakuierung und Flucht, Armut und Hunger – das alles kenne ich aus eigener Erfahrung. Besonders schlimm war für mich das Mobbing bei der Einschulung:  Die Bauernkinder hatten ihre schönen Schulranzen, und ich mit meinem Pappkarton wurde nur ausgelacht. Wir hätten kaum überlebt ohne die Hilfe guter Mitmenschen, die diese bösen Spiele der Ausgrenzung nicht mitmachten. Angesichts solcher Erfahrungen, die allen Heimatvertriebenen und Opfern eingebrannt sind, bin ich betroffen, wie derzeit Corona alles beherrscht. Praktisch kein Wort mehr von den Flüchtlingen, kein Wort mehr von den katastrophalen Lebensbedingungen auf Lesbos – außer der Angst, auch dort könne es Infektionen geben. Von den Lagern syrischer Flüchtlinge in Jordanien und anderswo ist kaum mehr die Rede. Natürlich darf nicht ein Elend gegen ein anderes aufgerechnet werden. Aber vielleicht gibt es doch einen dunklen Zusammenhang zwischen dem Vergessen der eigenen Rettungsgeschichten damals und der Solidarität mit den Flüchtlingsgeschichten von heute. 75 Jahre Kriegsende für uns sind ein Dreivierteljahrhundert Stellvertreterkriege woanders – inklusive weltweit massiver Aufrüstung heute. „Hochfahren“ ist derzeit ein beliebtes Signalwort: Bettenzahlen in den Kliniken werden hochgefahren, Betriebe fahren ihr Tempo und ihre Kapazitäten hoch, „die Wirtschaft“ überhaupt. Allseits ist eine Steigerungslogik im Gang; es soll mindestens wieder dahin kommen, wo es schon war, und möglichst noch gesteigert. Weiß Gott, man kann nur dankbar sein für solchen Aufwind. Aber was wäre, wenn wenigstens auch die Nachrichten über die Flüchtlingslager und ihre Ursachen hochgefahren würden? Wenn die gemeinsamen Anstrengungen zu Abhilfe auch in Sachen Aufrüstung, Kriegstreiben und Flüchtlinge gesteigert würden? Allzu stark bliebe sonst der Eindruck, dass doch ein kapitalistisches Grundgesetz alles bestimmte – nämlich der Erfolg nur fürs eigene Unternehmen, auch auf Kosten anderer. Hochfahren – wohin und mit welchem Interesse, mit welchen „Risiken und Nebenwirkungen“? Im Rhythmus des Christlichen steht jetzt das Fest „Christi Himmelfahrt“ vor der Tür. Im Bild vom „hochfahrenden“ Christus nahmen biblische Autoren zeitgenössische Erfolgs- und Siegesvorstellungen auf, um die Wucht des Osterglaubens zu unterstreichen: „hoch in den Himmel“, also zu göttlichen Ehren und himmlischen Freuden. Noch vierzig Tage nach dem österlichen Erdbeben waren für den Evangelisten Lukas die Bodenwellen der Auferstehung massiv spürbar, und erst am 50. Tag kommt es für ihn dann endgültig zum pfingstlichen Durchbruch. Die zeitliche Periodisierung des Geschehens dient der grundsätzlichen Gewichtung. Das ist die globale Inkraftsetzung der Lebensart Jesu: „Ich war fremd, und ihr habt mich akzeptiert – oder auch nicht“ (vgl. Mt 25,35) … „Hochgefahren bis in den Himmel“ wird die gelebte Gottes- und Nächstenliebe hier auf Erden schon. Der „hochfahrende“ Christus wird zum Wegbereiter und Vorreiter gelebter Solidarität, und nicht zuletzt die gilt es hochzufahren. (aus: CiG) Und nun eine kleine Erinnerung an Papst Johannes Paul II. (Heiliger Johannes Paul), der vor wenigen Tagen 100 Jahre alt geworden wäre. https://vimeo.com/314902624
Am Feiertag sprechen wir das Apostolische Glaubensbekenntnis mit allen Christen in der ganzen Welt.
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn. unsern Herrn. empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters: von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen

Hier lesen wir die praktische Umsetzung des Testamentes Jesu: Christus hat keine Hände, nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße,
um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen,
um den Menschen von ihm zu erzählen.
Wir sind die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest.

Wir sind Gottes letzte Botschaft,
in Taten und Worten geschrieben. (Aus dem 14. Jh., Verfasser unbekannt)

Fürbitte
Guter Gott, wir bitten dich für alle Menschen, die trotz Lockerungen im alltäglichen Leben noch Einschränkungen spüren. Weil sie Angst haben, weil sie allein sind, weil sie krank sind oder überfordert sind. Zeige Ihnen, wie sehr sie von dir geliebt sind und niemals allein, sondern in deiner Barmherzigkeit geborgen sind.
Vater Unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld. Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich Und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen


Segnen heißt: Gutes zusagen!
„Es segne uns am Fest der Himmelfahrt Christi, auf die Fürsprache der Seligen Jungfrau Maria, der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist!“
Allen wünsche ich weiterhin eine gesegnete Osterzeit bis zum Pfingstfest und einen schönen Sonntag für alle!
Ihr/Euer Pfarrer Axel Werner, Gran Canaria axwernerde@yahoo.de oder Mobil +34 608 001 663
Beethoven: Die Himmel rühmen (Wiltener Sängerknaben, Stecher) https://www.youtube.com/watch?v=Bic_Jsit0eo pastedGraphic_1.png
Es wäre schön, wenn wir alle im Monat Mai den täglichen Lichtblick mit dem Gebet des „Ave Maria“ beenden würden:
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.
Der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
AVE MARIA M Lorenc https://www.youtube.com/watch?v=Ueb3Dtpy5D8